Thomas

Vom Austauschschüler zum Autor

Wie ein Austausch das Leben beeinflusst

Ein Jahr im Japan und die Folgen
YFU Austria:

Wann und wo warst du mit YFU im Ausland?

Thomas:

Ich war 2009 in Japan. Genau: in Shikoku, Ehime, Shikokuchuoshi, Hatano 6111-1. ( Kleinste der vier Hauptinseln Japans)

  • Mein erstes Buch, erschienen im Juli 2014.
    Mein erstes Buch, erschienen im Juli 2014.
  • Thomas in Japan
    Thomas in Japan
YFU Austria:

Hast du oder deine Familie nach oder während deines Austausches YFU-Austauschschüler aufgenommen? Wenn ja, warum und wie war das für dich?

Thomas:

Nein leider, meine Familie nicht. Aber wenn ich mit meiner zukünftigen Frau ein glückliches Leben führe, dann haben wir es definitiv vor, das weiß ich. :o)

YFU Austria:

Stehst du mit deiner Gastfamilie noch in Kontakt oder hast du sie oder deine Freunde nochmal besucht?

Thomas:

Ich stehe noch in Kontakt und habe sie letzten Sommer besucht, ihnen meine Freundin vorgestellt. Wir schreiben uns jedes halbe Jahr eine längere Email und unterstützen uns, wenn jemand von uns etwas braucht.

YFU Austria:

Hast du die Landessprache davor schon gesprochen? Hast du die Sprache danach gesprochen?

Thomas:

Davor nein, danach ja. Momentan sage ich allen die mich fragen, ob ich Japanisch sprechen kann: In Japan ja, in Österreich nein.
Mir ist aufgefallen, dass es um eine Sprache fließend zu sprechen auch das richtige Umfeld braucht. Erstens hatte ich in Österreich kaum jemanden mit dem ich mich auf Japanisch unterhalten konnte, zweitens hat Japan unzählige Dialekte und ich habe dort verbal die Mundart meiner Insel zu sprechen gelernt. Aber mit Gastfamilie, Freunden und co schreibe ich noch heute auf Japanisch und in Japan spreche ich es interessanter Weise wieder sehr flüssig.

YFU Austria:

Sprichst du die Sprache heute noch immer? Benutzt du sie im Alltag oder im Beruf?

Thomas:

Nur im Kontakt mit meinen japanischen Homies.

YFU Austria:

Wie hat dein Austausch deine spätere Schulzeit beeinflusst? Hattest du durch dein Austausch Nachteile in der Schule?

Thomas:

Ich musste wiederholen, was mich aber nicht störte. Am Ende zumindest nicht. Das Austauschjahr bietet dir unzählige Erfahrungen, mehr als jedes Schuljahr. Mir wurde in Japan bewusst, dass mir im Leben nichts davon läuft, also störte mich auch das Wiederholen nicht. Ich sah meine Freunde, Schulkollegen sowieso in den Pausen und hatte die Möglichkeit neue Freunde kennen zu lernen in einer neuen Klasse. Nachteile gab es keine, auch meine Noten wurden um einiges Besser. Ich möchte aber gestehen, dass meine Einstellung was die Wichtigkeit einer Note betrifft, sich ins Nichts aufgelöst hatte. Wie wichtig sind Noten für die Zukunft? Für mein Leben bis heute irrelevant...

YFU Austria:

Hat sich dein Berufswunsch durch deinen Austausch verändert? Wenn ja, wie?

Thomas:

Ich wollte lange Botschafter werden, habe dieses Ziel aber mit der Zeit verworfen, da mir der Kontakt mit jüngeren Menschen wichtiger war. Jugendlichen etwas mitzugeben ist eine Herzensangelegenheit, etwas sehr schönes, das weiß YFU ja sicher ganz bestimmt.

YFU Austria:

Hat sich dein Austausch auf deine letzlichen Beruf ausgewirkt?

Thomas:

In irgendeiner Weise sicher.

YFU Austria:

Denkst du heute manchmal noch an dein Austausch zurück?

Thomas:

Fast jeden Tag, warum auch nicht? Japan ist ein Land auf Erden, dass mir Glück und Zufriedenheit brachte. Heute weiß ich, dass es nicht nur ein Land gibt, in dem man Seelenfrieden und Genuss findet. Japan war mein erstes.

YFU Austria:

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du nochmal auf Schüleraustausch gehen? Ein Semester oder ein Jahr? In welches Land würdest du gehen?

Thomas:

Ein Jahr! Japan! (Wieso muss es denn nur einmal sein???)

YFU Austria:

Möchtest du noch etwas anmerken?

Thomas:

Danke YFU.