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Carina

Chinesisch für Anfänger

Ohne Sprachkenntnisse auf Schüleraustausch in China

Für ein Austauschjahr muss man nicht zwingend die Sprache sprechen. Carina erzählt, wie es geht!
YFU Austria:

Carina, viele Austauschschüler, die ihr Austauschjahr in nicht-englischsprachigen Ländern verbringen, sprechen die Sprache ihres Gastlands noch nicht. Mit welchen Sprachkenntnissen bist du in dein Austauschjahr gefahren? Welche Gedanken und Gefühle hattest du dabei?

Carina:

Als ich nach China aufbrach, konnte ich nur zwischen 10 und 20 Wörtern, obwohl ich mit einem Online-Sprachkurs Chinesisch gelernt hatte. Im Grunde machte ich mir nicht viel daraus, dass ich womöglich am Anfang kaum was verstehen würde. Ich dachte mir, dass man die Sprache eh bald im Land selbst lernen würde.

YFU Austria:

Wie erging es dir mit diesen Sprachkenntnissen?

Carina:

Wie ich es erahnt hatte, verstand ich am Anfang kaum etwas und konnte auch nichts sagen. Mit meiner Gastmutter war es möglich, mich ein wenig auf Englisch zu verständigen. Aber mit meinem Gastvater, der kein Englisch sprach, konnte ich anfangs nicht viel sprechen. Mit Händen, Füßen und einzelnen Wörtchen gelang es uns trotzdem zu kommunizieren - auch wenn wir gerade alleine waren.

YFU Austria:

Was ist das Besondere an Chinesisch?

Carina:

Die Schriftzeichen sind auf jeden Fall etwas besonderes. Es ist vor allem anfangs schwierig diese zu erlernen. Sobald man jedoch 100-200 Zeichen gelernt hat, gehen viele weitere sehr schnell.
Es gibt außerdem 4 verschiedene Töne im Chinesischen. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Silbe "ma" 4 verschiedene Bedeutungen haben kann, abhängig von der Aussprache bzw. Betonung. Das war, für mich persönlich, noch schwerer als die Schrift. Aber auch das war nicht unmöglich!

YFU Austria:

War es am Anfang schwierig, die Menschen zu verstehen? Dich mitzuteilen? Kannst du uns von einem einprägsamen Erlebnis berichten?

Carina:

Ja, am Anfang war es natürlich schwer, die Menschen zu verstehen - auch wenn ich eigentlich die Wörter, die sie benutzen, schon gekannt habe. Doch man gewöhnt sich schnell daran, weil man andauernd mit der Sprache konfrontiert ist. Außerdem hatte ich in Peking einen großen Vorteil, weil sie da nur einen leichten Dialekt haben.

Schwerer als nur verstehen, war das Sprechen um mich mitzuteilen. Am Anfang tat ich mir noch sehr schwer mit der Aussprache und wenn diese nicht richtig war, war es für Chinesen schwer mich zu verstehen. Ich kann mich daran erinnern, dass ich einmal einem Taxifahrer die Straße von meinem zu Hause sagte. Im Grunde sagte ich den richtigen Namen, aber die Aussprache war falsch, deshalb verstand er mich nicht. Schlussendlich konnte ich ihm dann doch noch erklären, wo ich hin musste, indem ich ihm die Schriftzeichen der Straße aufschrieb, die glücklicherweise richtig waren.

YFU Austria:

Hast du einen Sprachkurs absolviert oder hast du dir die Sprache selbst beigebracht? Welche Erfahrung hast du damit gemacht?

Carina:

Ich habe in Österreich einen Online-Sprachkurs absolviert, der aber, ehrlich gesagt, nicht so viel gebracht hat. Chinesisch, vor allem wegen der Aussprache, kann man fast gar nicht ohne einen Lehrer lernen. Deshalb war der Online-Sprachkurs für mich eher kontraproduktiv, weil ich mir die Aussprache erst falsch antrainierte.

In China besuchte ich dann mit anderen YFU-Austauschschülern einen normalen Sprachkurs mit Lehrer. Da fing ich an die chinesische Aussprache wirklich zu verstehen. In meiner Schule hatte ich für ein Semester vormittags einen "internationalen" Unterricht mit anderen ausländischen Schülern, bei dem wir vertieft Chinesisch lernten. Das Meiste habe ich mir aber selbst beigebracht, was zwar viel Fleiß erforderte, aber am produktivsten war.

YFU Austria:

Manche Austauschschüler lesen Kinder- oder Märchenbücher um die Sprache leichter und besser zu lernen. Was hast du getan, um die Sprache schnell zu lernen?

Carina:

Ich benutzte normale Lehrbücher, Kinderbücher und sah mir Filme auf Chinesisch an. Auch SMS lesen und schreiben bringt sehr viel!

YFU Austria:

Erzähl uns von deinem Schlüsselerlebnis, an dem du gesagt hast: „Ich kann's!“

Carina:

Nach circa einem halben Jahr hat es sozusagen "Klick" gemacht. Ich brauchte mir fast garnicht mehr mit Englisch aushelfen. Ich konnte Gespräche ohne größere Probleme und ohne viel nachzudenken führen und beherrschte die Aussprache.

YFU Austria:

Was hat in deinem Fall besonders gut funktioniert? Welchen Tipp kannst du anderen Austauschschülern mit auf den Weg geben, um die Sprache leichter und besser zu lernen?

Carina:

Ich denke, es funktioniert allgemein am Besten, wenn man immer verschiedene Methoden verwendet. Also nicht immer aus einem Lehrbuch lernen, aber auch nicht nur fernsehen. In meinem Fall habe ich am meisten gelernt, als ich für ein Sprachzertifikat ganz viele neue Wörter (aus einem Vokabelheftchen) lernte und diese dann immer wieder in Gesprächen einbaute.