Person
Victoria

Blumen für die Lehrer

Schule in Lettland

Warum Lehrer*innen Blumen bekommen und wie man an der Schule schnell Freund*innen findet, erfährst du in Viktorias Bericht!
YFU Austria:

Viktoria, welche Erinnerung kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an deinen ersten Schultag in deinem Gastland zurückdenkst?

Victoria:

Als erstes denke ich daran, wie anders es war im Vergleich zu Österreich. Alle waren sehr elegant angezogen und hergerichtet und jeder Schüler hatte Blumen für die Klassenlehrerin dabei. Am Schluss hatte jeder Lehrer dann einen ganzen Tisch voller Blumen. Das finde ich eine sehr schöne Idee. Da in meiner Schule von der Volksschule bis zur "Matura" alle Klassen zusammen sind, gab es auch noch eine Zeremonie für die kleinen Schulanfänger. Es war auf jeden Fall eine sehr spannende und schöne Erfahrung!

Victoria verbrachte mit YFU ein Austauschjahr in Lettland.
YFU Austria:

Kannst du uns von deinem schönsten Erlebnis in der Schule erzählen, etwas, das du für immer mit deinem Austauschjahr verbinden wirst?

Victoria:

Es gab schon viele schöne Erlebnisse in meiner Schule. Eines davon war, als ich mich das erste Mal so richtig als Teil meiner Schulklasse gefühlt habe. An diesem Tag war sogenannter >>День учителя<

YFU Austria:

Welche Schultypen gibt es in Lettland und welchen hast du besucht? Was ist das Besondere daran und mit welchem Schultyp in Österreich ist er am ehesten vergleichbar?

Victoria:

Es gibt die sogenannte "Vidusskola", auf die ich auch gehe. Ich glaube man kann es am ehesten mit einem Gymnasium in Österreich vergleichen. Es gibt auch noch Schulen mit einem besonderen Schwerpunkt, so wie Musik oder Sportschulen.

YFU Austria:

Welche Gegenstände werden an deiner Schule unterrichtet? Kannst du uns von Fächern berichten, die es an deiner österreichischen Schule nicht gibt?

Victoria:

In meiner Schule werden ziemlich ähnliche Fächer wie in meiner österreichischen Schule unterrichtet, also Mathematik, Chemie, Biologie, Sprachen, Sport und so weiter. Das Fach "Ekonomik" gibt es so in Österreich nicht, aber Teile des Lehrplans werden bei uns zum Beispiel in Geographie unterrichtet.

YFU Austria:

Wie schwer oder leicht ist dir die Schule generell gefallen?

Victoria:

Am Anfang ist mir die Schule sehr sehr schwer gefallen, jetzt eigentlich auch noch. Aber das liegt vor allem an der Sprache und daran, dass ich in der 12. Klasse bin, obwohl ich zuhause eigentlich in der 11. Klasse wäre. Für mich sind alle Fächer ziemlich schwierig, da die Lehrer sehr schnell sprechen und natürlich auch Fachbegriffe verwenden, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und man versteht auch mit jedem Tag mehr.

YFU Austria:

Wie wirkten die Beziehungen zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen in deiner Gastschule auf dich? Wie hast du das Verhältnis zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen im Gegensatz zu dem in deiner Schule in Österreich erlebt?

Victoria:

Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern in meiner Gastschule ist sehr sehr gut. Es ist auf jeden Fall freundschaftlicher als mit meinen Lehrern in Österreich. Man geht in den Pausen einfach mal so in die Klasse des Lehrers und spricht mit ihm über irgendetwas. Das finde ich echt sehr toll, dadurch ist es im Unterricht auch leichter.

YFU Austria:

Erzähl uns doch ein wenig von deiner Schulklasse!

Victoria:

Meine Klasse ist echt super. Ich vertrage mich mit allen und habe mit den meisten schon etwas unternommen. Natürlich möchte man mit einigen mehr oder weniger befreundet sein, aber das ist ja normal. Das Wichtigste ist, dass man sich nicht vom ersten Eindruck einschüchtern lassen darf. Als ich das erste Mal in meine Klasse kam, dachte ich mir, die Mädchen sind alle total aufgestylt und sehen aus wie Tussis. Aber wenn man sie kennen lernt, sind sie ganz anders. Sie achten nur etwas mehr auf ihr Aussehen, aber sie sind überhaupt nicht überheblich oder so.

YFU Austria:

Konntest du Freund*innen an deiner Schule finden? Was kannst du uns von ihnen erzählen?

Victoria:

Ja ich habe schon Freunde gefunden. Es war am Anfang wirklich schwierig, weil sie alle sehr zurückhaltend sind und ihr Englisch auch nicht sehr gut ist, was das Ganze noch einmal schwieriger macht. Aber wenn du auf sie zugehst und sie merken, dass du ganz normal bist, dann freundest du dich schnell mit ihnen an.

YFU Austria:

Welche Aktivitäten werden an deiner Schule neben dem Unterricht angeboten? Kannst du uns von einer solchen Aktivität erzählen, an der du selbst teilgenommen hast und die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Victoria:

Soweit ich weiß, werden in meiner Schule keine besonderen Aktivitäten angeboten. Nach der Schule gehen wir heim und müssen unseren Nachmittag selbst organisieren.

YFU Austria:

Es gibt Länder, in denen man die Schule nicht mit normalen Straßenschuhen betreten darf. Kannst du uns von einer einzigartigen Regel erzählen, die es an deiner Gastschule gab?

Victoria:

Also am Anfang war ich sehr überrascht, dass alle ihre Handys im Unterricht mehr oder weniger verwenden dürfen. Also SMS, Facebook und so weiter, da sagt eigentlich kein Lehrer etwas. Sonst fällt mir eigentlich keine besondere Regel ein.

YFU Austria:

Welche Erfahrungen hast du speziell aus deinem Schulalltag für dein Leben mitgenommen?

Victoria:

Dass man unbedingt offen sein muss und selber auf die Leute zugehen muss. Das ist am Anfang unglaublich schwierig, aber es lohnt sich wirklich, das habe auch ich lernen müssen. Und man lernt die Sprache eigentlich nur durch Kommunikation mit anderen.

YFU Austria:

Wenn dich ein*e angehende*r Austauschschüler*in fragen würde, was wäre dein wichtigster Ratschlag für das Leben als Schüler*in an deiner Schule im Gastland?

Victoria:

Ich glaube jeder muss das für sich selbst erkennen, wie er sein Leben gestaltet und leben will, aber offen sein und auf andere zugehen ist für die Schule glaube ich am Wichtigsten.