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Sophia

Plötzlich habe ich den Text verstanden!

Wie man ohne Sprachkurse durch den Austauschalltag Französisch lernt!

Sophia war auf Austausch in Frankreich und hat dort durch den Schulalltag und viel sprechen Französisch ohne Sprachkurse gelernt! Wie das? Lest es hier!
YFU Austria:

Viele Austauschschüler*innen sprechen die Sprache ihres Gastlandes zu Beginn ihres Austausches noch nicht. Mit welchen Sprachkenntnissen bist du in deinen Austausch in Frankreich gefahren? Welche Gedanken und Gefühle hattest du dabei?

Sophia:

Bevor ich nach Frankreich gefahren bin, hatte ich zwei Jahre Französischunterricht in der Oberstufe. Ich war ziemlich gut darin und es hat mir auch sehr gefallen, deswegen habe ich mich ja auch entschieden, meinen Austausch dort zu machen. Ich habe mir eigentlich nicht allzu große Sorgen gemacht, irgendwie würde ich mich ja verständigen können, dachte ich.

YFU France organisierte im Mai eine kleine Reise nach Marseille - hier bin ich auf dem Château d'If, wo der Graf von Montechristo gefangen gehalten wurde...
YFU Austria:

Wie erging es dir mit diesen Sprachkenntnissen?

Sophia:

Von der Ankunftstagung bis zum Wohnort meiner Gastfamilie waren es ungefähr zwei Stunden mit dem Auto - und mein gesamtes Schulfranzösisch war bereits aufgebraucht! Von dort an war es ein ständiges Ratespiel. Ich musste sehr viel umschreiben, bis ich schlussendlich zu dem Wort kam, das ich suchte.

YFU Austria:

Was ist das Besondere an der Sprache deines Gastlandes?

Sophia:

Ich glaube, die französische Aussprache und Grammatik sind ganz schön kompliziert. Da sieht man ein ellenlanges Wort und spricht nicht mal die Hälfte davon aus! Außerdem finde ich ist die “Jugendsprache”, wenn man das so sagen kann, ziemlich ausgeprägt. Das sogenannte “verlan”, wo man Wörter in der Mitte teilt und dann neu mischt kann man wirklich nur lernen in dem man mit anderen Franzosen spricht!

YFU Austria:

War es am Anfang schwierig, die Menschen zu verstehen? Dich mitzuteilen? Kannst du uns von einem einprägsamen Erlebnis berichten?

Sophia:

Ich glaube, verstanden habe ich die Leute ziemlich schnell. Sehr einprägsam war mein erster Besuch in der Trafik, wo ich das Guthaben meiner SIM-Karte aufladen wollte. Ich hatte mir meine drei Sätze schon oft wiederholt, doch der Mann hinter der Theke antwortete mir auf Englisch - allerdings so schlecht, dass ich absolut nichts verstand. Ich musste echt hartnäckig sein, damit er mir auf Französisch antwortete - das verstand ich ja schon gut.

YFU Austria:

Hast du einen Sprachkurs absolviert oder hast du dir die Sprache selbst beigebracht? Welche Erfahrung hast du damit gemacht?

Sophia:

In Frankreich selbst habe ich keinen Sprachkurs besucht, noch habe ich ein Französischbuch angefasst. Ich hatte zwar viele gute Vorsätze (Vokabel auf Notizzettel schreiben etc.) aber keinen einzigen davon durchgezogen, dafür hatte ich keine Zeit.

YFU Austria:

Manche Austauschschüler*innen lesen Kinder- oder Märchenbücher, um die Sprache leichter und besser zu lernen. Was hast du getan, um die Sprache schnell zu lernen?

Sophia:

Ich habe mich nicht vor der Schule gedrückt! Von Anfang an habe ich versucht, alle Hausübungen zu machen und wirklich mitzuarbeiten. Das ist vielleicht nicht die angenehmste Methode, weil man gleich mit ziemlich spezifischem Vokabular konfrontiert ist, aber man hat so auch den Austausch mit den Mitschülern - es kam sogar soweit, dass die Leute mich um die Hausübung gefragt haben.

YFU Austria:

Erzähl uns von deinem Schlüsselerlebnis, an dem du gesagt hast - „Ich kann's!“

Sophia:

Daran kann ich mich sogar ziemlich gut erinnern. Schon in Österreich hatte ich oft die Sängerin “ZAZ” angehört und eines Tages, während ich von der Schule nach Hause kam, fiel mir auf, dass ich den Text verstand.

YFU Austria:

Was hat in deinem Fall besonders gut funktioniert? Welchen Tipp kannst du anderen Austauschschüler*innen mit auf den Weg geben, die Sprache leichter und besser zu lernen?

Sophia:

Es gibt natürlich viele verschiedene Lerntypen, aber was ich empfehlen würde, ist sich nicht so sehr auf die Richtigkeit zu versteifen, sondern einfach drauflos zu quatschen. Irgendjemand wird sich schon erbarmen ;)